C

Chatroulette

Kennt heute kein Mensch mehr. Im Jahr 2010 war es der aufregendste Videochat-Dienst. Per Zufallsprinzip wurden zwei Nutzer*innen in einen One-to-One Chat geschaltet. Man konnte sich per Webcam, Mikrofon, Tastatur und gemeinsamen Zeichnen verständigen. Eine ideale Plattform, um den Konsequenzen der Hypertextualität, den Übergängen von Virtuellem zu Realem und der Ich-Verankerung in der Netzwelt gemeinsam mit anderen digitalen Insassen auf die Spur zu kommen.

Katalin Pöges Abschlussarbeit an der Kunsthochschule Berlin befasste sich mit der soziologischen Feldforschung in der digitalen Kommunikation. Die Arbeiten Happy New Year und Chatroulette Begegnungen entstanden in dem Videochat-Dienst.

Chatroulette Begegnungen

Flüchtige Momente. Festgehalten für die Ewigkeit.

Sieben Ölpotraits im Format 30 x 40 cm. Unter den Portraits liegen sieben Stapel mit Transkriptionen meiner Video-Gespräche mit dem jeweilig Portraitierten auf Chatroulette. Unsere Gespräche drehen sich um reelle Wahrhaftigkeit, der Erwartung und der Bedeutung der Kommunikation in einem der flüchtigsten Medien der Zeit. »Imagine you could exist for eternity in an oil painted portrait. How would you like to be seen?«. Auf diese Weise entstanden Portraitsituationen, die ich ich in Screenshots festhielt, sodann per Internet um die halbe Welt nach China sendete, auf dass ich 2 1/2 Monate später ein Päckchen aus China mit den sieben Ölportraits erhielt. Die Texte in den Heften sind wie moderne Briefwechsel, welche gleichzeitig die Art und Weise ihrer Entstehung und damit einhergehender Werte und (Un-)Möglichkeiten thematisieren. Gemeinsam mit den Portraits sind sie der realer Bestandteil der Frage nach Bedeutung von digitaler Kommunikation.

Kooperation & Kunden
bunt, ja bunt Newsletter erhalten